Debatte um Förderung

    Warum Dienstwagen die Mobilitätswende fördern

    In der Diskussion um das angebliche „Dienstwagenprivileg“ wird mit viel Unwahrheiten gearbeitet. Die Fakten zeigen: Unternehmen sind noch vor Privathaushalten der größte Abnehmer elektrisch angetriebener Pkw, Dienstwagen ein Treiber auf dem Weg hin zu klimaneutraler Mobilität. Die Top-Modelle kommen aus der Mittelklasse.

    In der Diskussion um das angebliche „Dienstwagenprivileg“ wird mit viel Unwahrheiten gearbeitet. Die Fakten zeigen: Unternehmen sind noch vor Privathaushalten der größte Abnehmer elektrisch angetriebener Pkw, Dienstwagen ein Treiber auf dem Weg hin zu klimaneutraler Mobilität. Die Top-Modelle kommen aus der Mittelklasse.

    Die Faktenlage zeigt: Firmenwagen sind ein enormer Booster für die schnelle Verbreitung klimafreundlicher, elektrischer Antriebe auf Deutschlands Straßen! Im Umkehrschluss würde ein Wegfall der Vergünstigungen für E-Autos dazu führen, dass sich der Hochlauf der Elektromobilität deutlich verzögern würde.

    „Wer die Dienstwagenbesteuerung kaputt macht, schadet der Umwelt und den Bürgerinnen und Bürgern“, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller: „Ein modernes und klimaschonendes Auto zu fahren, darf nicht zum Privileg werden.“

    Wer die Dienstwagenbesteuerung kaputt macht, schadet der Umwelt und den Bürgerinnen und Bürgern. Ein modernes Auto zu fahren, darf nicht zum Privileg werden.

    Hildegard MüllerVDA-Präsidentin

    Unternehmen sind größte Abnehmer von Elektroautos in Deutschland

    In welchem Maß Firmenwagen zu einer schnellen Modernisierung unserer gesamten Fahrzeugflotten beitragen, belegen auch die Zahlen. 2021 lag der Firmenwagen-Anteil an allen in Deutschland neuzugelassenen Elektro-Pkw bei 42,2 Prozent. Damit sind Unternehmen der größte Abnehmer von Elektroautos in Deutschland – noch vor Privatkäufern (2021: 41,7%).

    Insgesamt wurden im vergangenen Jahr 979.000 Firmenwagen in Deutschland abgesetzt – das entspricht einem Anteil von 37,3 Prozent. Die Besteuerung eines großen Teils dieser Fahrzeuge unterliegt aktuell der sogenannten 1-Prozent-Regelung. Bedeutet: Fahrerinnen und Fahrer müssen pro Monat 1 Prozent des Bruttolistenpreises ihres Dienstwagens (plus eventueller Sonderausstattung) versteuern.

    VW Golf ist der beliebteste Firmenwagen

    Auch das im Zuge der Debatte gerne verwendete Argument, dass durch die Förderung von Dienstwagen ausschließlich Wagen aus der Oberklasse auf die Straßen schwemmen würde, hält einer näheren Betrachtung in keiner Weise stand. Die Fakten: Die Top-Modelle sind VW Golf, VW Passat, VW Tiguan, BMW 3er und Skoda Octavia (in dieser Reihenfolge).

    „Eine Abschaffung der Förderung von elektrisch angetriebenen Dienstwagen würde die Wende hin zur Elektromobilität ausbremsen und zusätzlich einen hohen bürokratischen Aufwand für die Unternehmen bedeuten“, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

    Neuzulassungen von Firmenwagen nach Segmenten 2021

    Im Jahr 2021 waren mehr als 48 Prozent der neuzugelassenen Firmenwagen kleinere Fahrzeuge wie Kleinstwagen, Kleinwagen, Mini-Vans und Fahrzeuge aus der Kompakt- und Mittelklasse. Der Anteil der Oberklasse lag hingegen bei lediglich 1,4 Prozent. Gerade einmal 20 Prozent der Dienstwagen hatten eine Leistung von über 200 PS (bzw. 147 kW). Dieser Anteil hat sich seit dem Jahr 2019 auch nicht verändert.

    Alexander Fritz
    Economic Intelligence & Volkswirtschaft

    Alexander Fritz

    Automobilprognosen, Statistiken Produktion und Export, CO2-Emissionen, Elektromobilität, Strukturanalysen

    Steuern und Zölle

    Jens Lemmer

    Referent

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